knack-knack-knack - Gedanken zum Festival-Trailer
(Michael Brynntrup)
"<target="_blank"> - Amnesie Anästhesie Ästhetik" - Als ich das Festival-Motto zum diesjährigen Filmwinter erfuhr (mit dem Vorschlag, einen Trailer zu diesem Thema zu machen), da war mein erster Gedanke: "ä?" (im wörtlichen Sinne!).
Da ist es wieder - das alt-griechische 'ä' (wie auch in: Äqui-, Aero- und Archäo-whatsoever). Und auch: da ist er wieder - der alt-deutsche Stabreim (wie in: 'Mythen, Monster und Mutanten'). Da kommt mal wieder alles zusammen! Typisch! (wie in: 'Pleiten, Pech und Pannen')
Aber was genau, so fragte ich mich, hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Was wird einem denn da poetisch vorgegaukelt, was genau verbirgt sich denn hinter solchen Alliterationen? Ist das alles nur Pösie?, - Form ohne Verstand und Vernunft?
Ein Lexikon hilft da weiter, - also hinein in den etymologischen Quellcode:
» Lexikon <n,; -s; -ka> Wörterbuch [< grch. lexikon (biblion) "Wörterbuch"; zu lexis "Redeweise, Ausdruck"; zu legein "sammeln, sprechen, sagen"], siehe auch Lex Gesetz, Lego. «
LEGO! Genau! Alles Lego! Alles hat mit allem zu tun, man kann es hierhin-/dahin-setzen und es paßt! Und wenn es sich auch noch reimt, dann ist es sogar schön! - Nichts erklärt sich durch sich selbst, alles verweist nur auf etwas anderes und am Ende wieder auf sich selbst. Rätsel, siehe auch: Lösung; Lösung, siehe auch: Rätsel.
Am 12. April 1999 stürzte die Wuppertaler Schwebebahn in die Wupper; am gleichen Tag wurde in Grdelicka/Serbien der Zug auf der Eisenbahnbrücke beschossen. - Schon vergessen? - Und was hat das eine nun wieder mit dem anderen zu tun? Ist das 'coincident' oder 'accident'? Ist das 'kollateral' oder 'alliteral'? - 'Schön' jedenfalls, 'schön' ist das nicht.
(MB für den Katalog zum 17. Stuttgarter Filmwinter Festival, Dezember 2003)